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Arbeitsumfeld abseits vom Baugeschehen findet Anklang.

Zudem achten wir seit dem Umzug noch bewusster auf eine

gemeinsame Unternehmenskultur. Das manifestiert sich in

Äusserlichkeiten (Erscheinungsbild, Arbeitskleidung etc.), in

den betrieblichen Abläufen und auch in der Weiterbildung.

So haben wir uns 2015 an beiden Standorten intensiv mit den

Themen Kundenorientierung und Benchmarking auseinan-

dergesetzt. Denn neben der hohen fachlichen Qualifikation

gewinnen zwischenmenschliche Verhaltensweisen (Stich-

wort: Sozialkompetenz) auch in unserem Geschäftsbereich

immer stärker an Bedeutung. Die Sensibilisierung dafür und

die Umsetzung im Alltag nehmen wir sehr ernst.

Interdisziplinäre Visiten über zwei Standorte hinweg

Entscheidend für die gute Bilanz im Hinblick auf das Provi­

sorium Dättwil sind auch die gut organisierten betrieblichen

Abläufe. Hier sind als Beispiel die interdisziplinären Visiten zu

erwähnen, die auch in der neuen Konstellation sehr gut

funktionieren. Für unsere Patienten bedeutet dies, dass bei

der wöchentlichen Visite nach wie vor ihr behandelnder Arzt,

ihr Haupttherapeut und ihr Psychologe persönlich anwe-

send sind. Wir sind stolz darauf, dass wir diesen konsequent

interdisziplinären Ansatz dank guter Organisation und enga-

gierten Mitarbeitern über zwei Standorte hinweg gewähr-

leisten können.

Frühtriage greift

Die Erfolgsaussichten einer Arbeitsorientierten Rehabilita-

tion hängen sehr stark von bestimmten Grundvoraussetz­

ungen ab. Besonders wichtige Aspekte sind die telefoni-

sche Rücksprache mit dem Operateur oder behandelnden

Arzt des Patienten sowie die Bereitschaft des einzelnen

Patienten. Dies umfasst neben der medizinischen Situation

auch die persönliche Einstellung und die aktuelle Lebens­

situation. Vor rund vier Jahren haben wir damit begonnen,

diese Faktoren mittels Frühtriage in die Entscheidung über

die Notwendigkeit und den richtigen Zeitpunkt für die statio-

näre Rehabilitation systematisch einzubeziehen. Im Rah-

men dieser Frühtriage werden die Patientendossiers detail-

liert studiert und bei Bedarf kommen die Patienten zur

Abklärung auch für einen Tag in unsere Klinik. Dabei geht es

einerseits darum, die medizinischen Aspekte und die mit

einer Rehabilitation verknüpften Entwicklungsmöglichkei-

ten abzuschätzen. Gleichzeitig beziehen wir die aktuelle

Lebenssituation und die Motivation der Patienten mit ein.

Wichtig ist uns in diesem Kontext die Klarstellung, dass wir

kein Kurhaus sind. Wir sensibilisieren die Menschen in der

Frühtriage dafür, dass eine Rehabilitation nur erfolgreich ver-

läuft, wenn jeder einzelne Patient die Leistungsbereitschaft

und Motivation mitbringt, aktiv mitzuarbeiten. Entscheidend

ist in der Frühtriage zudem die Tatsache, dass sie durch

Reha-Ärzte vorgenommen wird – von denjenigen Ärzten, die

diese Patienten in der Rehabilitation tatsächlich behandeln.

Heute wird deutlich sichtbar, dass die Frühtriage anfängt zu

greifen. Die Patientenstruktur hat sich allmählich verändert.

Immer häufiger können wir unsere Plätze für diejenigen

Patienten zur Verfügung stellen, die medizinisch und per-

sönlich am Punkt sind, an dem sie von einer Reha wirklich

profitieren.

Dr. med. univ. Salih Muminagic

Medizinischer Leiter Arbeitsorientierte Rehabilitation

bis 29.02.2016

«Was wir anbieten, ist vor allem Hilfe zur Selbsthilfe, damit

verunfallte und kranke Menschen wieder in ihren Alltag und

insbesondere in die Arbeitswelt zurückfinden. Das gelingt

aber nur, wenn der Patient bereit ist, seinen Beitrag zu leisten.»

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