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«Wir beginnen schon heute mit dem schrittweisen Aufbau der

Teams und der Organisationsstrukturen, die wir in der deutlich

ausgebauten Intermediate Care Ende 2017 benötigen werden.»

Austrittsplanung gewinnt an Bedeutung

Patienten mit weniger schweren Verletzungen profitieren

in unserem Fachbereich sehr stark vom Angebot «Berufs­

orientiertes Training» (BOT). Es unterstützt sie mit differen-

zierten Mitteln bei der Rückkehr in ihre ursprüngliche oder

eine alternative berufliche Tätigkeit. Bei Patienten mit schwe-

ren Hirnverletzungen hingegen ist die Rückkehr in den Beruf

oft infrage gestellt. Mit der Zunahme dieser Patienten-

gruppe ist 2015 deshalb das Thema der Austrittsplanung

stärker in den Vordergrund gerückt. Diese Frage kommt

dann auf, wenn bei einem Reha-Patienten über längere Zeit

keine medizinisch-therapeutischen Fortschritte mehr zu er-

kennen sind. Dann geht es einerseits darum, den richtigen

Moment für den Austritt aus der Rehaklinik Bellikon zu er-

kennen.

Gleichzeitig gilt es, sinnvolle Ansätze zu entwickeln, mit de-

nen wir diese Patienten und ihre Angehörigen im Sinn eines

Nachsorge-Managements unterstützen können: Kann man

dem Patienten eine Rückkehr nach Hause ermöglichen und

was braucht es dazu (z.B. Spitex)? Oder welche anderen

Hilfsstrukturen – vorübergehende oder längerfristige – sind

geeignet, um den Patienten bei der Rückkehr in die Selbst-

ständigkeit zu unterstützen oder ihm eine langfristig sinn-

volle Betreuung zu gewährleisten? Dies sind Themen, die

wir im Rahmen von Familiengesprächen und mit praxisori-

entierter Unterstützung unseres klinikeigenen Sozialdiens-

tes angehen.

In diesem Zusammenhang ist der feinfühlige Umgang mit

den Emotionen der Patienten und mit den Hoffnungen und

Ängsten der Angehörigen eine sehr anspruchsvolle Auf-

gabe, die hohe Anforderungen an die Empathie unserer

Teams stellt. Die Auseinandersetzung mit einer verantwor-

tungsvollen Austrittsplanung wird 2016 weiter zu vertiefen

sein.

PD Dr. med. univ. Gabriella Künig

Medizinische Co-Leiterin Neurologische Rehabilitation

Prof. Dr. med. Sönke Johannes, MBA

Medizinischer Direktor

Medizinischer Leiter Neurologische Rehabilitation

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