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Gesamtbetrachtung ermöglichen. Andererseits haben wir

2015 zusätzliche Informations- und Prozessschritte einge-

führt, die gewährleisten, dass die Vorbereitungen aus inter-

disziplinärer Sicht im Moment des Übertritts auf die Bedürf-

nisse des Patienten abgestimmt sind.

Universitätsmedizinische Qualität im Therapiealltag

Zu den Anfang 2015 eingeführten Neuerungen gehört auch

die unfallchirurgische Sprechstunde. Dafür kommen Kader-

ärzte der Unfallchirurgie des USZ zweiwöchentlich für die

Verlaufskontrollen der von ihnen operierten Patienten zu uns

in die Klinik. Entscheidend für den Wert dieser Sprech-

stunde ist die sorgfältige, fallbezogene Vorbereitung. So

werden bereits im Vorfeld aktuelle, patientenbezogene In-

formationen ausgetauscht; dies verschafft dem USZ-Arzt

beispielsweise die Möglichkeit, durch die Rehaklinik Bellikon

kurzfristig Röntgenaufnahmen anfertigen zu lassen, die in

der Sprechstunde zur Verfügung stehen sollen. Diese

regelmässige Verlaufskontrolle – die wir in der Handchirurgie

schon länger kennen – hat sich hervorragend eingespielt.

Für die betroffenen Patienten und für die Kontinuität der The-

rapie ist es ein grosser Vorteil, dass die Patienten nicht mehr

tageweise nach Zürich gebracht werden müssen. Überdies

erweist sich der persönliche Austausch im Rahmen der

Sprechstunde auch für die betreuenden Ärzte-, Therapie-

und Pflegeteams als ausgesprochen wertvoll.

Der Klinik ein Gesicht geben

Für die Rehaklinik Bellikon und die OHR umfasst das Schlag-

wort der integrierten Versorgungskette neben medizini-

schen, therapeutischen und pflegerischen Aspekten auch

die menschliche Komponente. Neu besucht ein Kaderarzt

aus unserem Fachbereich oder der Neurologischen Reha­

bilitation monatlich das USZ, um schwer betroffene Brand-

verletzte oder Patienten der Klinik für Unfallchirurgie, die vor

der Überweisung nach Bellikon stehen, persönlich kennen-

zulernen. Ergänzend zum fachlichen Austausch mit den

behandelnden Kollegen rückt hier bewusst die zwischen-

menschliche Ebene ins Zentrum. Wir möchten diesen Patien-

ten, die sich in einer sehr schwierigen Situation befinden und

oft vor einem langen Aufenthalt in Bellikon stehen, ein Stück

Ungewissheit nehmen und einen ersten persönlichen Kon-

takt zu uns herstellen. Auch den Angehörigen des betroffe-

nen Patienten bieten wir im Vorfeld eines Übertritts die Mög-

lichkeit, das behandelnde Team kennenzulernen.

Pilotprojekt Berufsorientierung für schwer Betroffene

Für schwer betroffene Patienten sind die Chancen geringer,

dass sie in ihren angestammten Beruf zurückkehren können.

Gerade für diese Patientengruppe erweist es sich aber als

wichtig, dass man früh einen alternativen berufsbezogenen

Horizont aufzeigen kann. Oft schafft eine solche Perspek-

tive erst die Voraussetzung, dass der Patient sich auf körper-

licher Ebene weiterentwickeln kann. Deshalb hat unser Fach-

bereich zusammen mit den klinikeigenen Spezialisten für die

berufliche Wiedereingliederung ein Pilotprojekt durchgeführt.

Die Vertiefung und die Umsetzung der Projektergebnisse

stehen 2016 an.

Dr. med. Felix Tschui

Stellvertretender Medizinischer Direktor

Medizinischer Leiter Orthopädische und Handchirurgische

Rehabilitation

«Eine berufliche Perspektive ist gerade für schwer betroffene

Patienten wichtig. Wer in der Ferne einen Horizont erkennt, schafft

es leichter über den ersten Hügel.»

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Medizinische Fachbereiche